die katholische Soziallehre
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Reflexionen 6
. Kapitel: Die menschliche Arbeit
Leiden und Hoffnungen arbeitsloser Menschen
Hans Riedler
Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt!Probleme und Belastungen
Zu den seelischen Problemen, mit denen erwerbslose Menschen konfrontiert werden, kommen meist noch massive finanzielle Belastungen. Besonders davon betroffen sind Langzeitarbeitslose und deren Familien, 22 % von ihnen gehören zur Gruppe der Ärmsten in Osterreich. Sie leben häufig in überbelegten, feuchten Wohnungen, haben Probleme bei der Bezahlung der Miete, Heizung und bei der Anschaffung von Kleidung und Lebensmitteln; viele von ihnen können laufende Kredite nicht zurückzahlen. Trotzdem werden von unserer derzeitigen Regierung, die sich laufend als "familienfreundlich" präsentiert, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Familienzuschlage,... usw. gekürzt. Diese Maßnahmen treffen das unterste Einkommensfüinftel und Haushalte mit Kindern überproportional. Und dies alles in einem der reichsten Länder der Welt und in einer Gesellschaft, in der Erwerbsarbeit und berufliche Stellung nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert haben. Wer nicht arbeitet, wer keine Erwerbsarbeit bekommt, ist selber schuld. Arbeitslose bekommen dies immer wieder, manchmal sehr direkt, meistens aber verschlüsselt, zu hören. (Langzeit-)arbeitslosigkeit ist meiner langjährigen Erfahrung und Überzeugung nach aber kein Problem der Arbeitsunwilligkeit der Betroffenen. Wer das behauptet, übergeht auch alle wissenschaftlichen Studien. (Langzeit-)arbeitslosigkeit ist vielmehr bedingt durch unzureichende Qualifikation, fortgeschrittenes Lebensalter, physische und psychische Probleme, kostenorientierte Kündigungsstrategien von Arbeitgebern und das Fehlen teilgeschatzter Markte und Beschäftigungsmaßnahmen.Mehr Mittel für eine innovative Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigungsmaßnahmen mit geschützten Rahmenbedingungen sind daher eine ganz wichtige Vorraussetzung und ein Hoffnungsschimmer für jene Menschen, die den heutigen Anforderungen in der Arbeitswelt nicht mehr bzw. nur mehr teilweise entsprechen können. Das aber erfordert in unserer Gesellschaft ein Umdenken: Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt!
Eva Müller Die Armutsindustrie Dreiteiliger Bericht von ARD-WRD (Youtube, 2009) >>> Teil 2 >>> Teil 3
Leben ohne Mindestlohn Streik TV, 29 April 2011
ifp München: Projekt Arbeistlose Schauspieler (Youtube, 18.04.2011)
W. Krieg und S. Schüring: "Job weg - und keiner darf es wissen" (ZDF_Mediathek, 12. 04.2011, 9,41')
Einmal Minijob, immer Minijob Keine Chance für Minijobber? Barbara Riedmüller, Professorin an der FU Berlin Quelle: ZDF-Videothek 26.4.2011
Audio-, Videothek, Dokumente
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