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Praxis zum 10. Kapitel: Die Umwelt bewahren
Wirtschaftliches Handeln findet immer im Spannungsfeld von Wettbewerb und Solidarität sowie berechtigten Ökonomischen Eigeninteressen und der Gefahr der Ausbeutung von Mensch und Natur statt. Christliche Sozialethik geht davon aus, dass wirtschaftliches Handeln nicht Selbstzweck ist, sondern sich an Gerechtigkeitskriterien orientieren muss. Im Zentrum steht das Leitbild einer Wirtschaft im Dienst des Lebens, die ihren Beitrag zur Versorgungsgerechtigkeit, internationalen Gerechtigkeit und Umweltschutz – kurz: zu einer nachhaltigen Entwicklung – leistet. Was Kirche von Unternehmen fordert, muss sie in den kircheneigenen Betrieben fordern. So bedient sich das Bistum Gurk mit dem Instrument der Balanced ScoreCard RIO einer modernen Managementmethode, mit der die Vision und die Strategie eines Unternehmens in materielle Ziele und Kennzahlen gefasst und messbar gemacht wird. Grundlage sind Religionskriterien, nach denen sich alle Teilbetriebe des Bistums zu orientieren haben. DieLeistung einer Organisation wird hier als Gleichgewicht (Balance) zwischen Finanzwirtschaft, Kunden, Geschäftsprozessen und Mitarbeiterentwicklung gesehen.
Qualitätsmanagement Ebenso haben Qualitäts- oder Umweltmanagementsysteme (ISO 9001 und EMAS) seit einigen Jahren den Weg von der Industrie in kirchliche Einrichtungen gefunden. Managementsysteme nach
ISO 9001 werden in kirchlichen Bildungshäusern bereits seit 2002 eingeführt und umgesetzt und gehören in Zukunft mit zu den Vorraussetzungen für die Zuerkennung von Öffentlichen Subventionen. Die Umsetzung der international gültigen ISO-Norm bestätigen einem Unternehmen nachvollziehbare und standardisierte Betriebsablaufe, fördern das Vertrauen zwischen Produzenten und Konsumenten und erhöhen die Zufriedenheit der Mitarbeiter.
Umweltmanagement Wahrend ISO Standards für den Umgang zwischen Betrieb und Kunden festgelegt, richtet
EMAS den Blick auf die Umweltauswirkungen einer Einrichtung. Nachdem in Deutschland in Ober 200 kirchlichen Betrieben und Pfarrgemeinden entweder EMAS oder eine Vorstufe davon („Grüner Hahn”) umgesetzt wurde, entschieden sich 2006 die Bildungshäuser Stift St. Georgen/Langsee (Kärnten) und St. Virgil (Salzburg) zur Einführung eines Umweltmanagementsystem (EMAS) und gehören mit 270 weiteren Unternehmen zu den Pionieren in Osterreich.EMAS wie auch ISO 9001 garantieren die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und bewirken durch die Einführung eines ständigen Verbesserungsprozesses die Erhöhung der Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Die Festlegung der Unternehmensziele in einem Qualitäts- bzw. Umweltleitbild und die Überprüfung der Unternehmenspolitik anhand festgelegter Kennzahlen und Zielvereinbarungen (z.B. durch Mitarbeitergespräche) sowie das jährliche Feedback in internen bzw.externen Audits machen ein Bildungshaus, eine caritative Einrichtung oder eine Pfarre standfest bei personellen oder finanziellen Engpässen. Überprüfbare Jahresziele (z.B. Anzahl der Bildungsveranstaltungen und der Teilnehmer; Höhe der Heizenergie, Zufriedenheit von Teilnehmern oder Gästen, etc...) und die Auswertung von Mitarbeiter bzw. Kundengesprächen oder Fragebögen liefern objektive Aussagen über die eigene Arbeit und überwinden eine häufig anzutreffende Beliebigkeit in der Analyse und Planung. Darüber hinaus schaffen definierte Routineabläufe Freiraum für neue Herausforderungen und ermöglichen kreative Pausen.
Nachhaltigkeitsmanagement In Deutschland wurde das Umweltmanagement durch die Integration der wirtschaftlichen und sozialen Aspekte zu einem „Nachhaltigkeitsmanagementsystem"
EMASplus weiterentwickelt. EMAS und EMASplus sollen in Osterreich ab 2008 in einem gemeinsamen Projekt mit dem Lebensministerium in dreißig kirchlichen Einrichtungen umgesetzt werden.
Der Beitrag "Nachhaltigkeit durch Zertifizierung" erschien anlässlich der Tagung „Wirtschaft(en) im Dienst des Lebens", die der Ökumenische. Rat der Kirchen in Osterreich am 4. Mai 2007 in Vorbereitung auf die 3. Ökumenische Versammlung in Sibiu/Hermann- stadt abgehalten hat . >> Sämtliche Referate hier >> Informationen für interessierte Pfarren oder Einrichtungen hier:
Quelle: ksoe- Nachrichten 6/2007
Kirchliche Betriebe: Nachhaltigkeit durch Zertifizierung
Dr. Franz Schils – Stift St. Georgen
Mag. Ernst Sandriesser – Konf. d. diözesanen Umweltbeauftragten
Kirchliche Betriebe: Nachhaltigkeit durch Zertifizierung Einige weitere Initiativen
Einige weitere Initiativen
ECEN - European Christian Environmental Network (CEC-KEK)
JUNE - Jugend Umwelt Netzwerk
Heilsam in Bewegung kommen Eine gemeinsame Initiative der evangelischen und der katholischen Kirche in Österreich
Ui Kids! deutsche Umweltinitiative für Kinder
Unter dem Motto: "Gemeinsam mehr bewegen" führt ein Team der Katholischen Jugend Österreich seit 2001 diese Initiative durch. Bei JUNE gehte es vor allem um Vernetzungsarbeit mit jungen Menschen, denen die Umweltfrage ein echtes Anliegen ist, und sich für die Umwelt engagieren möchten. JUNE organisiert und begleitet >> die Jugend-Umwelttage. 2008 findet der Umwelltag vom 14. bis 17. Oktober in Salzburg statt. Das Thema ist: "Jugendbeteiligung" >> das freiwilliges ökologisches Jahr (FÖG): 10 Monate Umwelteinsatz in einer Umweltschutzorganisation oder auf einem Biobauernhof >> Jugendumweltprojekte wie etwa
 " Die Kunst ist unsere Stimme",
 "Selbst gemacht statt Konsummacht"
 " Unsere Schoko ist nicht lila"
 "Fahr! Rad!"
Gemeinschaft St. Egidio: Öko-Solidarität
Entwicklungs- politische Bildungs- und Schulstelle (Österreichische Initiative - Plattform Globales Lernen)
Planet Erde - Welt der Geowissenschaft. Informative Webseite mit Unterstützung der UNESCO
Projekt KLIMAWANDEL UND GERECHTIGKEIT
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